Neue Rahmenbedingungen

Neue Rahmenbedingungen

für Stromerzeugung und Stromhandel

Versorgungssicherheit

Mit der Zunahme an Strom aus Wind- und Sonnenenergie hat sich das System der Stromversorgung grundlegend gewandelt. Österreich ist in ein engmaschiges verbundenes Netz des Stromhandels eingebettet, das die Nachbarländer umfasst. Österreich deckt aktuell rund 20% seines Strombedarfs über Importe. Externe Faktoren bestimmen die Importflüsse und damit die österreichische Netzsituation.

Die technischen Bedingungen der Stromerzeugung machen es notwendig, dass im Donauraum weiter thermische Kraftwerke betrieben werden, um die Netzstabilität und Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Dies gilt gerade dann, wenn der Anteil an Wind- und Sonnenenergie zunimmt. Ebenso sind thermische Kraftwerke besonders nötig, wenn im Gesamtsystem nicht genug Strommenge vorhanden ist.

Allerdings bewirkt der Marktmechanismus, dass diese thermischen Kraftwerke zwar notwendig sind, aber nicht kostendeckend betrieben werden können. Hier liegt mittelfristig die Gefahr, denn nicht kostendeckende Kraftwerke müssen aus betriebswirtschaftlichen Gründen von den Betreibern früher oder später stillgelegt werden und stehen dann auch als Backup-Reserve nicht mehr zur Verfügung.

Die folgenden Diagramme zeigen, dass die thermische Erzeugung im Inland derzeit für den Erhalt der Versorgungssicherheit trotz Importen unverzichtbar ist. Die Versorgungslücke bzw. der Bedarf an thermischen Kapazitäten beträgt derzeit 2,9 GW - unter der Voraussetzung, dass die Importkapazitäten voll genutzt werden können. Bis zum Jahr 2030 wird sich dieser Bedarf um 50% auf rund 4,7 GW erhöhen.


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Quelle: Österreichs Energie (Dezember 2017)


Um die vollständige Versorgungssicherheit im Stromsystem sicherzustellen, müssen Backup- und Import-Kapazitäten von aktuell rund 4,9 GW und für das Jahr 2030 rund 7,7 GW verfügbar sein. Sie stellen die nötige Ausfallsicherheit in Ausnahmesituationen dar: Sollte das europäische Stromnetzsystem so gestört werden, dass die Importe völlig ausfallen - was durch eine defekte Leitung oder heftige Unwetter in der Nordsee verursacht werden kann - dann müssen derzeit rund 5 GW (bis 2030 über 7,5 GW) durch inländische thermische Produktion abgedeckt werden. Um der steigenden Abhängigkeit aus dem Ausland entgegen zu wirken, ist die Verfügbarkeit von ausreichender inländischer Erzeugung sicherzustellen.